Frei aufzuwachsen ist das Beste,
das einem Kind passieren kann.
A. S. Neill, Summerhill
Freitag, 26. Mai 2017
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Enttabuisierung

"Der tpw gelingt es, ein tabuisiertes Thema didaktisch soweit zu reduzieren, dass es von vielen Menschen mit Behinderung verstanden wird. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen der Behindertenhilfe profitieren von diesem Programm."
Petra Richter, Diplom-Pädagogin und Lehrerin an einer Fachschule für Heilerziehungspflege in Essen



Gefühle erkennen

"Dieses behindertengerechte Projekt ist in unseren Augen sehr gut zur Orientierung und Prävention geeignet. Die einprägsam und leicht verständlichen Szenen und der Text werden geübt und wiederholt, sodass eine Übertragung in eigene Alltagssituationen gut möglich ist."
Monika Simon, Mechthild Sibbing, Haus Hall Gescher



Gefühle benennen

"Mensch Moni, da hast du das Nein-Gefühl aber lange ausgehalten. Aber ich bin froh, dass du es mir gesagt hast. Ich bin richtig stolz auf dich. "
aus Ja! und Nein! und Lass das sein!







Theaterpädagogisches Präventionsprogramm


Ja! und Nein! und Lass das sein!


Thema: Über das Recht auf Grenzen
Zielgruppe: Menschen mit Behinderung in Betreuungseinrichtungen und Werkstätten
Ablauf: 2-teiliges Programm, jeweils 1 Stunde im Abstand von einer Woche
Raum: 1 Mehrzweckraum


Der Hintergrund


Das Recht auf Grenzen


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"Nicht über uns ohne uns! So lautet der Leitgedanke der UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Wir alle haben Anspruch auf ein Leben, in dem nicht andere über uns bestimmen. Wessen Nähe suche ich? Welche Zärtlichkeit mag ich? Wen umarme ich gerne und wen halte ich auf Abstand? Das Recht von Menschen mit Behinderung, über ihren Körper und ihre Sexualität zu bestimmen, muss ganz besonders geschützt werden. Denn Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung werden immer noch häufig Opfer von sexuellem Missbrauch. Täterinnen und Täter nutzen bestehende Abhängigkeitsverhältnisse sowie die eigene körperliche und geistige Überlegenheit aus. Im Austausch mit Fachleuten aus Integrationsprojekten haben wir vor diesem Hintergrund das zweiteilige Theaterprogramm Ja! und Nein! und Lass das sein! speziell für Menschen mit Behinderung entwickelt. Mit theaterpädagogischem Spiel, einfacher Sprache und viel Interaktion machen wir gemeinsam die Erfahrung, dass jeder Mensch körperliche Grenzen hat. Und wir finden heraus, wie sich diese erkennen, beschützen und verteidigen lassen – ganz egal, wer sie überschreitet.

Die Handlung


Ich hab was Schlimmes erlebt ...


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Moni geht es nicht gut, weil Tom aus der Werkstatt sie anfasst, wie und wo sie es nicht will. Und zunächst findet sie keinen, der ihr das glaubt. Harry steigt in ein fremdes Auto und wird von der unbekannten Fahrerin bedrängt. Ein Exhibitionist im Park erschreckt Moni, die gerade Blumen fotografieren will. In kurzen Szenen erzählen wir von Momenten, in denen Grenzen überschritten werden und sexueller Missbrauch stattfindet. Alle Geschichten sind nah an der Wirklichkeit des Publikums erzählt und leicht zu verstehen. Und sie zeigen immer einen Weg auf, der zu einer guten Lösung führt.

Unser theaterpädagogisches Konzept


Gefühle wahrnehmen


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Erst nachdem unsere Schauspielerin und unser Schauspieler sich vorgestellt und mit dem Publikum bekannt gemacht haben, schlüpfen sie in ihre Rollen. Während der Geschichten verlassen sie diese Rollen immer wieder und fassen in klaren Worten zusammen, was die Hauptfiguren gerade erlebt haben. Dabei ist auch die Meinung der Zuschauerinnen und Zuschauer gefragt. Wie geht es Moni jetzt? Hat Harry etwas falsch gemacht? Wie könnte er sich schützen? Wer könnte jetzt weiterhelfen? Die Szene dann noch einmal mit Happy End zu erleben, tut allen gut und bleibt in Erinnerung. Genau wie unser Song, der es einfach auf den Punkt bringt: "Ich sage Ja! – dann will ich es. Ich sage Nein! – dann lässt du es."

Die Lernziele


Sei dir sicher!


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Am Ende muss eines absolut klar sein: Sexueller Missbrauch ist, wenn uns jemand an Scheide, Brust, Penis und Po berührt und wir das nicht wollen. Und: Das ist verboten. Es ist uns wichtig, unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihre Grenzen zu sensibilisieren und ihr Vertrauen in die eigene Wahrnehmung zu stärken. Außerdem geben wir ihnen ganz konkrete Verhaltensregeln mit: Die Frage "Weiß jemand, wo ich bin?" schützt im Umgang mit fremden Menschen davor, sich alleine einer unsicheren Situation auszusetzen. Gemeinsam versuchen wir auch zu klären, wer die nächste Person unseres Vertrauens ist. Alle sollen sich zuletzt ganz sicher sein: Es gibt immer Menschen, die mir helfen wollen und können.

Informationen zum Download

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pdf Flyer
pdf Konditionen
pdf Informationen zur Durchführung von Präsentationen
pdf Plakatmotiv Ja! und Nein! und Lass das sein! (max. Ausdruck in A2)
pdf Plakatmotiv Ja! und Nein! und Lass das sein! (max. Ausdruck in A2 - mit Textfeld für Ankündigungen. Kann nach dem Download im Acrobat Reader geöffnet und beschrieben werden!)