Frei aufzuwachsen ist das Beste,
das einem Kind passieren kann.
A. S. Neill, Summerhill
Mittwoch, 13. Dezember 2017
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Toleranz und Demokratie

Toleranz ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie. Aber gerade für Jugendliche ist sie nicht immer selbstverständlich. "Nee, ich bin kein Rassist oder ausländerfeindlich oder so!" In spannenden Dialogen zwischen zwei Jugendlichen werden versteckte Ressentiments gegen Menschen deutlich, die "anders" sind als "wir Deutsche". Menschen, die eine andere Hautfarbe haben, eine andere Religion ausüben, anders lieben. Das Programm zeigt Vorurteile auf und öffnet den Raum für Vielfalt und Toleranz.



"Nein!" zu Rassismus

"Tag für Tag machen Menschen in Deutschland rassistische Erfahrungen. Das geht uns alle an. Denn Rassismus verneint die Gleichheit aller Menschen. Mit jeder rassistischen Handlung - ob gewollt oder ungewollt - werden Menschen abgewertet und ausgegrenzt." (Amnesty International)



Grundgesetz Art. 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.










Crossover

Lasst uns froh und bunter sein



Für Vielfalt, Demokratie und Toleranz
Präventionsprogramm in 2 Teilen mit methodischen Übungen.

Zielgruppe: Für Menschen ab 15 Jahren
Publikum: Bis zu 3 Klassen werden hintereinander bespielt
Ablauf: 2 Termine mit je 2 Schulstunden
Raum: 1 Musik- oder Mehrzweckraum mit einer Spielfläche von ca. 4x4 m


Der Hintergrund


Null Toleranz für Intoleranz


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Auf der Suche nach sich selbst haben junge Menschen oft das Bedürfnis, sich abzugrenzen – gegen die Eltern, gegen die Norm, gegen die Tradition. Das Ringen um die eigene Position ist ein wichtiger Prozess, um die eigene Persönlichkeit zu entdecken und zu festigen. Gefährlich wird es dann, wenn Jugendliche ihre Grenzen so eng ziehen, dass die, die anders denken, fühlen, glauben oder aussehen, keinen Platz mehr in ihrem Weltbild haben. Oder wenn sie sich die immer komplexere Gesellschaft mit Pauschalurteilen vereinfachen. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass sie ein offenes Miteinander ganz infrage stellen. Das Programm Crossover ist ein Plädoyer für eine freie Gesellschaft, in der Vielfalt das Leben bereichert. Denn gerade für Jugendliche, die von der Haarfarbe bis zum Selbstentwurf noch alles ausprobieren dürfen, muss das Credo doch unbedingt lauten: Wir sind bunt, wir sind offen, wir sind neugierig!

Die Handlung


Die mit dem Fremden fremdeln


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Crossover lässt uns tief in die Köpfe und Herzen von Menschen schauen, die ablehnen, was sie nicht kennen und nicht begreifen. Von Menschen, die das Gefühl haben, dass sie in unserer Gesellschaft ins Abseits geraten. Ein Junge betont "kein Rassist oder Nazi" zu sein – seine Sprache zeichnet ein anderes Bild. Nathalie, die anonym bleiben will, lebt ihre Wut übers Vergessenwerden in der rechten Szene aus. Hinter ihrer harten Fassade lässt sich eine schwer verwundete Seele erkennen. Eine Frau im Treppenhaus versteckt die eigene Unsicherheit hinter abfälligen Bemerkungen über die homosexuellen Nachbarn und die muslimische Familie in der Wohnung unter ihr. Crossover zeigt, wie ängstlich und verschlossen sich Menschen begegnen, wie sehr das Fremde diese Tendenz verstärkt und wie viele Pauschalurteile in unseren Köpfen stecken.

Unser theaterpädagogisches Konzept


Du bist gefragt. Ja du!


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Provokation, unvermittelte Interaktion und eine überraschend direkte und emotionale (An-)Sprache – wir lassen unsere Zielgruppe nicht in Ruhe zugucken. Immer wieder ziehen wir die Jugendlichen mitten ins Thema, provozieren Zustimmung oder Widerspruch und fordern sie zu aktiver Meinungsbildung heraus. Im methodischen Spiel lassen wir sie verschiedene Rollen erfühlen: Wie wäre es für mich, zu einer Minderheit zu gehören? Kann ich es akzeptieren, wenn andere pauschal über mich urteilen? Das Planspiel "Die Insel" verdeutlicht, welche Vorurteile und Stereotypen wir nutzen, um andere zu bewerten und auszugrenzen. Simpel und berührend führt das Spiel "Papierkorb" der Gruppe vor Augen, wer in einer Gesellschaft privilegiert ist und regt die Reflexion über (Un-)Gerechtigkeit und soziale Verantwortung an.

Die Lernziele


Machs dir nicht zu leicht!


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Crossover ist Haltungsarbeit: Wie stehe ich zu den Herausforderungen gesellschaftlicher Vielfalt? Konfrontiert mit den vereinfachenden Positionen anderer ermutigen wir die Jugendlichen zur differenzierten und aktiven Meinungsbildung. Gerade für junge Menschen ist es so wichtig, in einem gesellschaftlichen Klima aufzuwachsen, in dem sie sich frei entfalten können. Deshalb wollen wir, dass die Jugendlichen erkennen: Diese Freiheit dürfen wir nicht nur für uns beanspruchen und konsumieren. Unsere offene Gesellschaft braucht Menschen, die dem Fremden unvoreingenommen begegnen, die hinter die Vorurteile schauen und sich von anderen Lebensweisen bereichern und inspirieren lassen.

Organisatorisches


Viel bewegen, wenig räumen


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Unsere Spielerinnen und Spieler haben viel Bühnenerfahrung und mit wenigen Handgriffen alles im Griff. Denn statt Kulissen zu schleppen, zu dekorieren oder in die Maske zu gehen, wollen wir lieber diskutieren, Antworten geben, zuhören und lachen – zusammen mit unseren echten Hauptfiguren: den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

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